19.06.2020

Konjunkturpaket Energieeffizienz

Ralph Piterek berichtet zu aktuellen Entwicklungen

„In jeder Krise steckt eine Chance!“ sagt die alte Floskel. Sicher ist aber, dass jede Krise eigene Maßnahmen fordert, um sie zu meistern.

So wurden neben all den harten Konsequenzen, die der Lockdown für die Wirtschaft hat, innerhalb kürzester Zeit auch beeindruckende Prozesse in Gang gebracht: Milliarden-Zuschüsse für Selbstständige und KMU, ein Digitalisierungsschub in der Arbeitswelt und eine ungeahnte Solidarität innerhalb der Gesellschaft. Diese positiven Entwicklungen beeinflussen nicht nur die aktuelle wirtschaftliche Situation, sondern auch die zukünftige Entwicklung.

Das am 3. Juni 2020 verabschiedete Konjunkturpaket der Bundesregierung stellt die ersten Weichen in Richtung wirtschaftlicher und ökologischer Zukunft: Neben den beschlossenen Unterstützungen für Unternehmen und Familien kommen von insgesamt 130 Milliarden EUR 30 bis 40 Milliarden EUR dem Klimaschutz zugute.

Zentrale Maßnahme ist die Aufstockung des CO₂-Gebäudesanierungsprogramms um eine Milliarde EUR auf 2,5 Milliarden EUR für 2020 und 2021. Und auch die Mittel für Förderprogramme des Bundes zur energetischen Sanierung kommunaler Gebäude werden erhöht. Ergänzend wird ein Programm zur Förderung von Klimaanpassungsmaßnahmen in sozialen Einrichtungen aufgelegt.

Weitere für die Energieberatung wichtige Themen innerhalb des aktuellen Konjunkturprogramms sind u. a.:

  • die Abschaffung des 52-Gigawatt-Deckel für Photovoltaik,
  • ein Zuschuss zur Senkung der EEG-Umlage,
  • die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für den Ausbau moderner und sicherer Ladesäulen-Infrastruktur sowie
  • die befristete Senkung der Mehrwertsteuer vom 01.07.2020 bis 31.12.2020.

Am 18. Juni 2020 wurde daraus folgend das Gebäudeenergiegesetz vom Bundestag verabschiedet. Es legt fest, dass bei bestimmten Anlässen, wie Wohnungskauf oder Sanierung, eine verpflichtende Beratung erforderlich ist. Der Berufsverband der Energieberater: LFE e. V. begrüßt diesen Vorstoß und empfiehlt, gleich eine qualifizierte Energieberatung zur ganzheitlichen energetischen Sanierung in Anspruch zu nehmen.

Das Konjunkturprogramm setzt damit wichtige Anreize, um Investitionen in eine ökologischere Zukunft anzukurbeln. Nach einer Studie der Deutsche Wohnen SE* sehen 72 Prozent der Befragten den Klimaschutz trotz Coronakrise als Topthema und befürworten energetische Gebäudesanierungen (57 %). Und das, obwohl nur wenigen (2 % der Befragten) die zentrale Rolle des Gebäudebestands zum Erreichen der Klimaziele bekannt ist. Allerdings ist der Kostenfaktor die größte Hürde bei der Umsetzung (79 Prozent Zustimmung).

Für uns als Energieberaterinnen und Energieberater sind die Maßnahmen der Bundesregierung ein Schritt in die grüne Zukunft unseres Landes. Und auch ein Ansporn, noch intensiver mit Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern in Kontakt zu treten – unter Wahrung der Abstandsregeln. Wir sind hoch motiviert, noch stärker aufzuklären, was eine energetische Sanierung für die Eigentümerin/den Eigentümer, die Mieterschaft, die Umwelt und alle nachfolgenden Generationen bringen wird. Und wir freuen uns, dass unsere Arbeit durch das aufgelegte Konjunkturpaket mehr Wertschätzung erhält.

Leisten auch Sie einen Beitrag zu unser aller Zukunft und informieren Sie sich unabhängig über die Energieberatung! Wir freuen uns auf Ihre Anfragen!

 

Über Energieberater Ralph Piterek:
ENEO-Energieberater Ralph Piterek
Ralph Piterek berät seit Beginn des ENEO-Förderprojekts Eigentümer*innen bei der Sanierung Ihrer Gebäude. Als geschäftsführender Gesellschafter des Ingenieurbüro Pitbau, einem Berliner Planungsbüro für Statik und Energieberatung, plant er förderfähige, energieeffiziente Wohn- und Gewerbebauten. Durch seine Arbeit als Vorsitzender des Berufsverbandes der Energieberater – LFE-Berlin-Brandenburg e.V. – und im Richtlinienausschuss der VDI3922-Bl.1 gestaltet er das Berufsbild mit.

Mehr Informationen/Kontakt: www.pitbau.de / Tel: 030 / 243 588 81

 

* Positionspapier „Konzept für einen sozialverträglichen Klimaschutz im Gebäudesektor“; Deutsche Wohnen SE, Juni 2020

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